Action-Links:

Rezension von Dieter Gnambs am 15.01.2005

Miracula

Wunderheilungen im Mittelalter


Miracula Miracula

von Maria Wittmer-Butsch, Constanze Rendtel
 
Böhlau, 2003
387 Seiten
Preis: 44,90 €
ISBN: 341215802X
 
Wunderheilungen, Schamanenzauber, therapeutische Exorzismen, Reinkarnationszeremonien, Eigenharntherapien - das kuriose Paralleluniversum zur naturwissenschaftlichen Medizin erfreut sich schon seit Jahren einer wild wuchernden Konjunktur. Kaum berührt von wissenschaftlicher Überprüfung oder legislativer Kontrolle, etabliert sich eine kurative Subkultur, die ein immer größeres, von der herkömmlichen Medizin enttäuschtes oder im Stich gelassenes Segment der heilungshungrigen Population bedient. Die Umsätze, die mit der florierenden Szene bestenfalls kurioser, schlimmstenfalls irrationaler Heilsversprechen erzielt werden, sind in keiner Statistik aufgerechnet. Allein der boomende Markt an pseudoalternativen Medienprodukten, die der Aufbereitung so mancher alternativ- oder naturmedizinischer Flachheiten dienlich sind, lässt den unbedarften Leser demütig staunen und die etablierte Ärzteschaft kopfschüttelnd resignieren.

Wo dringende Kooperation mit wissenschaftlichen Evaluierungsprofessionisten schon längst angebracht wäre, scheint nun Bewegung ins akademische Getriebe zu kommen. Seit den späten 1980er Jahren öffnet die universitäre Forschung ihren Wirkungsbereich zunehmend Wissensgebieten, die im Graubereich zwischen Wissenschaftlichkeit und esoterischem Mumpitz dahindümpeln. Ein interessantes Beispiel legte 2003 der auf kulturhistorische Delikatessen eingeschworene Böhlau-Verlag vor: "Miracula - Wunderheilungen im Mittelalter" versucht einen Brückenschlag zwischen den Heilungsmirakeln des Mittelalters und rationaler Evaluation.

Es ist nicht das erste Buch der akademischen Mirakel-Literatur. Im April 2000 veranstaltete der "Arbeitskreis für hagiographische Fragen der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart" gemeinsam mit dem "Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg" und dem "Deutschen Historischen Institut Paris" ein mehrtägiges Symposium zum Thema "Mirakel im Mittelalter: Konzeptionen - Funktionen - Realitäten". Die Ergebnisse der Tagung (herausgegeben von Dieter BAUER u. Klaus HERBERS, Franz-Steiner-Verlag, Stuttgart, 2000) fokussierten auch interdisziplinäre Berührungspunkte der Mirakel-Forschung. Die Utrechterin Giselle de NIE etwa wagte eine neuartige Betrachtung der mittelalterlichen Wunderereignisse aus psychologischer und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive.

Schon 10 Jahre zuvor hatte der Heidelberger Psychiater und Medizinhistoriker Heinrich SCHIPPERGES in seiner Abhandlung "Die Kranken im Mittelalter" (C.H. Beck-Verlag, München; 1990) in einem eigenen Kapitel mittelalterliche Krankenberichte bei Wunderheilungen medizinisch zu analysieren versucht, und bereits 1985 publizierte Jürgen JANSEN seine Dissertation "Medizinische Kasuistik in den Miracula Sancte Elyzabet", eine medizinhistorische Analyse der mittelalterlichen Wunderprotokolle am Grab der ELISABETH von Thüringen (erschienen in der Reihe der "Marburger Schriften zur Medizingeschichte").

Die Autorinnen des neuen Miracula-Buchs des Böhlau-Verlags sind Historikerinnen: Maria WITTMER-BUTSCH arbeitet als Lehrbeauftragte für die Universität Zürich und lebt als freie Historikerin in Wettingen in der Schweiz. Constanze RENDTEL dissertierte bereits 1982 an der FU Berlin zum Thema "Hochmittelalterliche Mirakelberichte" und präsentierte bereits einschlägige Veröffentlichungen. Beide nähern sich ihrem Untersuchungsgegenstand mit einem interdisziplinären Ansatz, in dem sie historische Quellenkritik mit medizinischen und tiefenpsychologischen Interpretationsmodellen zu verknüpfen suchen.

Bislang beschränkten sich einschlägige Forschungen vorwiegend auf den historischen Aspekt. Mirakel-Bücher liegen uns ja besonders zahlreich aus der hochmittelalterlichen Zeit (11. bis 13. Jahrhundert) vor, vereinzelt reichen sie aber auch bis zum 9. Jahrhundert zurück. Ein frühes Werk etwa stellt die Wunder-Sammlung der heiligen WALPURGIS dar, wie sie der Kleriker WOLFHARD Ende des 9. Jahrhunderts aufzeichnete. WALPURGIS stammte aus einem angelsächsischen Heiligen-Clan (Eltern, Brüder und vor allem ihr Oheim BONIFATIUS, der "Apostel der Deutschen", werden gleichfalls als Heilige verehrt) und kam Mitte des 8. Jahrhunderts auf Bitten ihres Onkels nach Sachsen. Sie gilt als besonders volkstümlich ("Walpurgis-Nacht-Feiern") und ihre hochintensive Wunderwirksamkeit wird noch heute mit merkantiler List in blanke Münze umgesetzt (das "Walburgis-Öl", gebraut nach einem angeblich heilkräftigen flüssigen Niederschlag aus ihrem Grab in Eichstätt wird weltweit vermarktet). Besonders der eingeschworenen Eso- und Naturkraut-Gemeinde der modernen Hexenliebhaberinnen gilt sie als Herzeigeobjekt, zumal ihr Wirken als Äbtissin des mittelfränkischen Doppel-Klosters Heidenheim, nomen est omen, auf vor-christliche Heilspraktiken verweist. Auch heute noch genießt sie Verehrung als Patronin der Wöchnerinnen, Bauern und Haustiere, nebenbei ist sie zuständig für Hundebisse, Tollwut, Hexenzauber, Husten und Augenleiden. WOLFHARD beschreibt eindrucksvoll 54 Krankheiten, die kraft WALPURGIS´ Heilungskräften positiv kuriert werden konnten, in 6 weiteren Fällen blieb die Erkrankung bestehen. Besonders eindrucksvoll ist die Spontanheilung eines Knaben dargestellt, der "nicht mehr auf eigenen Füßen gehen konnte, sich vielmehr mit den Händen und dem Gesäß vorwärts bewegte. Es war am 7. Mai, als er in die Kirche kam, in der schon so viele Kranke Heilung gesucht hatten. Da wurden seine Fersen, die in Versteifung dem Gesäß angeheftet waren, spontan gelöst. Und er konnte zum ersten Mal in seinem Leben die weichen Rasenflächen der Mutter Erde betreten" (zit. nach H. SCHIPPERGES). Alle Mirakel-Rekorde brach indessen 2 ½ Jahrhunderte später der Erzbischof ANNO II. von Köln (heiliggesprochen 1183) der 307 Menschen von ihren Leiden befreit haben soll und als "refugium pauperum", als Zuflucht für Arme und Kranke, daneben aber auch gleich für alle Unglücklichen, Heimatlosen, Verfolgten und Rechtlosen, hohe Verehrung erfuhr.

Die Autorinnen des neuen Wunder-Buchs beschränken allerdings ihre Untersuchungen auf 7 Hagiographien, von denen die des THOMAS von Aquin und der ELISABETH von Thüringen die bekanntesten sein dürften. Der Hl. THOMAS (1225-1274, kanonisiert 1323) steht für 46 Post-Mortem-Wunder gut, die durch 98 erhalten gebliebene Zeugenaussagen bestätigt wurden. Fast durchgehend handelte es sich um sog. "Distanzwunder", d.h. die Kranken pflegten den Heiligen in ihren eigenen Häusern um Hilfe anzurufen, ohne persönlich zu seiner einstigen Wirkstätte zu wallfahren - wohl auch eine posthume Bestätigung für die dem THOMAS zeitlebens nachgesagte Kontaktscheu und Eigenbrötelei dem einfachen Volk gegenüber.

Die Hl. ELISABETH (1207-1231, kanonisiert 1235), bereits 20jährig verwitwet und Mutter mehrerer Kinder, muss ein Ausbund an Demut und Frömmigkeit gewesen sein. Schon im Alter von 19 Jahren legte sie ein Gehorsams- und Armutsgelübde ab und widmete sich fortan persönlich und selbstaufopfernd der Kranken- und Armenpflege. Bereits zu Lebzeiten genoss sie einen dermaßen legendären Ruf, dass es bei ihrer Aufbahrung zu exzessiven Tumulten kam - reliquienbesessene Gläubige verstümmelten ihren Leichnam, um sich mit Teilen des Leibes einen Persilschein für ewige Gesundheit und Wohlbefinden zu sichern. In den 4 Jahren von ihrem Tod bis zu ihrer Heiligsprechung wurden 2 Wunderserien mit insgesamt 130 Heilungen von mehr als 700 Zeugen verifiziert, eine imponierende Leistung für eine 24jährig Verstorbene.

5 zusätzliche Heiligen-Viten nehmen weiteren Raum ein, darunter sogar ein frommer König (LUDWIG IX. von Frankreich), ein wahrer Hardcore-Katholik, zu dem vor allem an Skrofeln erkrankte Menschen pilgerten, um durch seine Berührung wieder ihre samtene Haut zurück zu gewinnen. 1267 brach er zu einem Kreuzzug nach Nordafrika auf, um den Sultan von Tunis mit missionarischer Waffengewalt zum wahren Glauben zu bekehren (das Unternehmen in Christo scheiterte allerdings infolge des Ausbruchs einer verheerenden Seuche im Feldlager, die auch den tugendhaften Regenten vor Vollendung seines gottgefälligen Werkes dahinraffte). Ein englischer Universitätsdekan aus angesehenem normannischen Adelsgeschlecht, eine provencalische Hochadelige (die aus religiöser Inbrunst gleich bei ihrer Hochzeit gemeinsam mit ihrem nicht minder jenseitsorientierten Gatten das Gebot sexueller Enthaltsamkeit gelobte), ein lothringischer Aristokrat, der es als Protegé des Papstes KLEMENS II. bis zum Bischof von Metz und Kardinaldiakon brachte und ein Neffe des Papstes Pius IV, im Nebenberuf Erzbischof von Mailand und Kurienkardinal, komplettieren das theologisch hochkarätige Untersuchungsmaterial.

Insgesamt fanden 485 miracula post mortem Aufnahme in die Datenbank der Autorinnen, die (durchschnittlich hochgerechnet) vor allem männlichen Unterschichtsangehörigen mittleren Alters zugute kamen und 36 unterschiedliche Krankheitsbilder umfassen. Grundsätzlich gehen die beiden Forscherinnen von einem zugrunde liegenden Wahrheitsgehalt der Wundertaten aus (welche dekorativen Ausschmückungen sie auch immer im Laufe der Jahrhunderte und zu Ehren der heiligen Idole erfahren haben mögen), darin unterscheiden sie sich wohltuend vom üblichen naturwissenschaftlichen Skeptizismus, der Wunderberichte a priori in den Orkus der Fiktionen zu verweisen pflegt.

2 Prämissen bilden die Grundlage der weiteren Erörterungen: Die Annahme einer entsprechenden psychischen Disposition bei den Mirakelkurierten und der jeweils gelungene Aufbau eines affektiven Feldes während der Wunderheilungen. Der Terminus "affektives Feld" beschreibt den langsamen rituellen Aufbau eines hochemotionalisierten Kontextes im Zuge eines starken kindlichen Regressionsprozesses, der den Aufbau starker Erwartungshaltungen und Empfängnisbereitschaften begünstigt. Sigmund FREUD führte das "Regressionskonzept" in die psychoanalytische Theorie der Abwehrmechanismen ein und beschrieb damit einen Rückfall in bereits überwunden geglaubte kindliche Verhaltensweisen beim Auftreten unerträglicher Krisensituationen (wie chronisches Leiden, extreme Schmerzzustände). Die Betroffenen fallen in kindliche Entwicklungsstadien zurück (mit entsprechenden magisch-gläubigen Erwartungs-, Vertrauens- und Hoffnungshaltungen), um der Unerträglichkeit ihrer erwachsenen Leidensexistenz zu entrinnen.

Der Mensch des Mittelalters war, anders als heute, noch nicht von Reizüberflutung bedroht - im Gegenteil, gerade das "einfache Volk" litt in der Regel unter der Last von Reizarmut, ja "Reizaskese". Ganz besonders Wallfahrten dienten (und dienen noch immer) mit ihren rituellen Elementen dem Aufbau eines emotionalisierten Settings. Zu diesen Elementen zählt schon das Warten auf den Beginn des Ereignisses (in der antiken Medizin, aber auch in modernen Massenveranstaltungen gezielt zur Steigerung von gläubiger Hoffnung und Erwartung eingesetzt, aber auch von S. FREUD als Methode, die Heilung einzuleiten, beschrieben - vgl. FREUD, "Schriften zur Behandlungstechnik: Über Psychotherapie", 1905).

"... meistens waren Vorbereitungen zu treffen. Die Abkömmlichkeit von Begleitpersonen aus Familie oder Nachbarschaft war abzuwarten, und zuweilen sah man sich genötigt, zunächst einmal Geld für die Reise anzusparen. Auf dem Hinweg verstärkte sich die bereits geweckte positive Erwartungshaltung zusehends, um beim Betreten des Heiligtums einem ersten Höhepunkt zuzustreben. Dies erklärt in etwa, warum sich in acht Fällen das Heilungsgeschehen schon auf dem Hinweg vollziehen konnte. Grundsätzlich waren die mittelalterlichen Gotteshäuser als Abbild des Himmels konzipiert, und speziell die Wallfahrtskirchen beeindruckten aufgrund ihrer baulichen Dimensionen und der reichen künstlerischen Ausstattung ... Die ästhetische Wirkung erfuhr eine weitere Steigerung während der von Gesang, Kerzenlicht und Weihrauch begleiteten liturgischen Handlungen ... Kranke und Behinderte wurden durch die Erhabenheit der Andachtsstätte ihres elenden Alltags enthoben. Auch aus den traditionellen Heilungszeremonien außereuropäischer Völker ist die Rolle von Ritualen gut bekannt. Sie haben nicht nur einen oberflächlichen Ablenkungs- und Beruhigungscharakter, sondern führen offenbar zu einer biochemischen Antwort des Körpers, die es noch zu erforschen gilt" (WITTMER-BUTSCH / RENDTEL, S. 185f.).

Eine Verstärkung konnte dieser Aufbau eines intensiven Hoffnungsszenarios noch durch die Anwesenheit großer Pilgermassen erfahren. Die spezielle Dynamik von Massenversammlungen pflegt das Verhalten von Menschen stark zu beeinflussen: "Kennzeichnend ... sind die Steigerung des Affektlebens, die Abschwächung moralischer Hemmungen und das Sinken des intellektuellen Niveaus" (Paul REIWALD, "Vom Geist der Massen - Handbuch der Massenpsychologie"; 1946), wie die Reaktionen bei Massenaufmärschen politischer Parteien oder die hysteriformen Kollektiveruptionen jugendlicher Popkonzertbesucher veranschaulichen.

In der Auswertung der Wunderprotokolle kommen BUTSCH-WITTMER und RENDTEL zu teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Trotz den von der Kirche für die Einleitung einer Kanonisation geforderten relativ peniblen Zeugenaussagen entpuppen sich mehr als 40% der beschriebenen Fälle nach heutiger medizinischer Sicht als reine Bagatellfälle, die nur infolge des mehr als dürftigen mittelalterlichen Medizinverständnisses als "unheilbar" galten, heute jedoch mehr oder minder harmlos eingestuft würden. Die frühere Annahme, der Großteil der Spontanheilungen beruhe auf den Wirkmechanismen so genannter "Konversions-Hysterien", bestätigte sich nicht: lediglich etwas mehr als 5% aller Fälle konnte diesem Syndromkreis zugeordnet werden. Ein knappes Drittel der untersuchten Mirakel beschreiben die Autorinnen als "Heilungen am Rande der Erklärbarkeit". Den Rest subsumieren sie unter "unvollständige Heilungen" und - geringfügig - als "paranormale Phänomene" (womit sie meines Erachtens die Grenzen der wissenschaftlich legitimen Hypothesenbildung überschreiten).

Gerade der letzte und, wie ich dem Forschungsansatz zu entnehmen glaube, wichtigste Teil erweist sich als Schwachstelle des ansonsten anregenden, teilweise sogar spannungsgeladenen Buches. Wie die Autorinnen den Brückenschlag vom historischen, textkritischen zum medizinischen und tiefenpsychologischen Ufer in Angriff nehmen, wirkt zum Teil sträflich leichtfertig, mitunter auch unverständlich. Ihr Definitionsverständnis der "Konversionshysterie" etwa scheint auf der Basis eines Fingernagels behaglich Platz zu finden, es nimmt knappe 6 Zeilen ein und dürfte sich einem Uraltmodell des Hysterieverständnisses verpflichtet fühlen, zumal es den Beziehungsaspekt der konversionshysterischen Symptomatik völlig außer Acht lässt und sich auf rein intrapersonelle Verdrängungsprozesse traumatischer Bewusstseinsinhalte beruft, die die bekannten körperlichen Funktionsstörungen bewirken (Krampfanfälle, Blindheit, Taubheit, Lähmungen ohne organischen Befund). Die interpersonelle Dynamik psychosomatischer Symptombildungen (vor allem aufgrund makrosystemischer - Gesellschaft, Kirchen, Moral - und mikrosystemischer - Familie, Arbeitsplatz - Einflussfaktoren) bleibt vollständig ausgespart. Die für diesen Inhaltsschwerpunkt verantwortliche Autorin WITTMER-BUTSCH erweckt streckenweise den Eindruck, als sei sie über einen quergelesenen Wissensfundus der Früh-Schriften FREUDs zum Thema Hysterie nicht hinausgekommen.

Die tiefenpsychologische Bedürfnislosigkeit scheint nur noch übertroffen zu werden von der Selbstgenügsamkeit der Autorinnen, sich in ihrem medizinisch-psychologischen Wissenschaftsanspruch nach eigenem Bekunden auf lexikalisches Wissensniveau ("Pschyrembel", 1998) zurückgezogen sowie einen "gelegentlichen Gedankenaustausch mit Angehörigen" des Universitäts-"Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene" in Freiburg im Brsg. genützt zu haben. Hier staunt der Leser, der sich unter akademisch-wissenschaftlicher Forschungskompetenz anderes vorgestellt haben mag.

Diese partiellen Schwächen stellen jedoch das grundsätzliche Verdienst, zum schwierigen Forschungsbereich der Spontanheilungen eine interessante historische Perspektive eröffnet zu haben, keineswegs in Frage. Das Buch wirkt vom Untersuchungsansatz her als faszinierende Novität mit einer Fülle neuer Informationen, die zur Fortsetzung von Folgestudien einladen. Letztlich erfüllt es genau jenen Anspruch, den es im Untertitel an sich selbst stellte: "Eine historisch-psychologische Annäherung".

Zum Seitenanfang

Weiterführende Links:

Design: g.t&s