Rezension von Timo Gnambs am 02.05.2004
Medienadäquates Publizieren
Von der inhaltlichen Konzeption zur Publikation und Präsentation
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Medienadäquates Publizieren von Hans W. Giessen |
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Spektrum Akademischer Verlag,
2003 160 Seiten Preis: 29,95 € ISBN: 3827411254 |
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Seit einigen Jahren zeichnet sich ein drastischer Wandel in Art und Weise der Veröffentlichung wissenschaftlicher und journalistischer Inhalte ab. Traditionelle Publikationsmedien wie Zeitschriften oder Bücher werden aufgrund der fortwährenden Weiterentwicklung und -verbreitung elektronischer Medien von diesen immer stärker abgelöst. Der Wechsel des Publikationsmediums zwingt Autoren nun zu einem Umdenken bei der Aufbereitung der zu transportierenden Inhalte; denn (auch) das Medium bestimmt die Form. Augenscheinlich ist etwa, dass eine schriftliche Ausarbeitung anders zu gestalten sein wird als eine filmische zum selben Thema. Bei ersterer muss "vieles (buchstäblich) beschrieben" werden; vorgestellte Argumentationen sind dabei "zwangsläufig (nur) kognitiv nachvollziehbar". Beim Film hingegen müssen Inhalte mediengerecht "bebildert" werden, da dieser zusätzliche Wahrnehmungskanäle mit einbezieht. Die geeignete Darstellungsform für das angestrebte Medium zu finden, ist oft keine einfache Aufgabe. In der Praxis wird ihr allerdings zumeist eine nur untergeordnete Rolle zugewiesen. So wird in der Ausbildung angehender Akademiker etwa nur selten die adäquate Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse thematisiert - derartiges wird zumeist als grundlegende Basisfertigkeit vorausgesetzt. Die Folge sind häufig nur schwer fassbare Inhalte, da die inhaltliche Gestaltung ohne Einbeziehung des Publikationsmediums erfolgte. Vorliegendes Werk versucht nun dieses allzu lange schmählich vernachlässigte Manko zu füllen. Der Saarbrücker Informationswissenschafter Hans. W. GIESSEN liefert ein "grundlegendes Handwerkszeug für die Planung von Texten, Bildern und Filmen". Dabei richtet er sich gleichermaßen an ein wissenschaftliches wie an ein journalistisches Publikum. Im Zentrum der Betrachtungen steht die gekonnte Aufbereitung von Texten. Dazu werden zahlreiche Hilfestellungen vorgestellt, wie schriftliche Ausarbeitungen optimal zu formulieren sind. In Form kurzer Checklisten, die einen raschen Überblick über die einzelnen Aspekte erlauben, liefert er - getrennt für jedes Zielpublikum (Wissenschafter, Journalisten etc.) - Hinweise auf Besonderheiten im Aufbau, Wortwahl, oder Satzbau, die im Auge zu behalten sind. Für akademische Texte unabdingbar ist zudem der Versuch einer Gegenüberstellung verschiedener Zitiersysteme. Dieser Ansatz ist zwar löblich, doch etwas oberflächlich geraten. Denn Dutzende unterschiedliche Zitiervorschriften auf acht Seiten vorzustellen, kann nicht viel mehr als einen groben Überblick verschaffen. In weiterer Folge stehen Bewegtbilder, wie Film und Video, sowie Hypertext-Publikationen im Zentrum der Betrachtungen. Allerdings gelingt es diesen Bereichen kaum, inhaltliche Tiefe zu erreichen. Zu umfangreich und komplex sind diese Themen, als dass sie in zwei Kapiteln erschöpfend abgehandelt werden könnten. So verbleibt hier stets die Frage: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein? Die Stärke (und für diesen Bereich sehr empfehlenswert) liegt eindeutig auf den Empfehlungen zu Gestaltung von Texten - sowohl schriftlichen als auch gesprochenen (Reden, Vorträgen). Hierfür wird eine Fülle äußerst hilfreicher Hinweise vorgestellt, die der Qualität vieler Texte mit Sicherheit nicht zum Nachteil gereichen würde. |
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