Rezension von Katharina Scheidl am 12.12.2003
Entwicklung nach früher Traumatisierung
Psychoanalytische Blätter 23
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Entwicklung nach früher Traumatisierung von Lisa Koch-Kneidl, Jörg Wiesse |
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Vandenhoeck & Ruprecht,
2003 120 Seiten Preis: 19,90 € ISBN: 3525460228 |
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Dieses recht dünne Buch besitzt einen sehr gut strukturierten Aufbau, und ist in sieben Kapitel gegliedert, die einen kurzen, jedoch recht vielschichtigen Einblick in das Phänomen der frühkindlichen Traumatisierung geben. Im Grossen und Ganzen lässt sich das Buch in vier Teile, jeweils von unterschiedlichen Autoren verfasst, einteilen: Ein Vorwort, eine Einführung in verschiedenste Aspekte psychischer Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen, ein Einblick in Auswirkungen traumatischer Erfahrungen in der Kindheit auf die Hirnentwicklung sowie Erfahrungsbeiträge und Falldarstellungen von vier verschiedenen Autoren zum Thema der frühkindlichen Traumatisierung. Das Vorwort der Herausgeber vermittelt auf den ersten Seiten einen Überblick über die Geschichte des Traumabegriffes und seine Erstverwendung durch FREUD 1895, als Trauma der sexuellen Verführung in der Kindheit, das die hysterische Erkrankung bedingt. Weiters werden spätere Definitionen des Traumabegriffes und Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Entwicklung der kindlichen Psyche erläutert. Man wird also darauf vorbereitet, was dieses Buch an informativen Inhalten bereithält. Darauf folgend erhält man einen wunderbaren, durch tabellarische Darstellung unterstützten Überblick über die Faktoren und Möglichkeiten von Traumatisierung, was den übersichtlichsten Teil des Buches ausmacht und dabei hilft, die bereits erhaltenen Informationen in eine gewisse Struktur zu bringen. Auf die "normale" und auf die durch traumatische Erfahrungen beeinflusste Hirnentwicklung wird im Beitrag des nächsten Autors eingegangen. Diesen Beitrag fand ich persönlich besonders gut, da er sehr detailliert und doch auch verständlich und logisch nachvollziehbar die Funktionsweisen und die Entwicklung des Gehirns beschreibt und dadurch für mich die darauf folgenden Fallbeispiele der Traumatherapie und ihrer Methoden leichter nachvollziehbar machte. Die weiteren Kapitel des Buches beschäftigen sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten des Herangehens an ein Trauma in der Therapie und der Darstellung verschiedenster Fälle. Gut finde ich, dass in diesem Buch Fallbeispiele verschiedener Therapeuten gesammelt wurden. Das ermöglichte mir als Leserin einen vielseitigen Einblick in die Arbeit und die Gedanken eines Therapeuten. Dieses Buch vermittelt einen schönen, jedoch recht kurzen Einblick in die Entwicklung nach frühkindlicher Traumatisierung. Will man einen kleinen Überblick über die Arbeit mit psychischen Traumatisierungen gewinnen, und hat man sich erst wenig mit dem Traumabegriff beschäftigt, so würde ich dieses Buch empfehlen. Ist man aber daran gewöhnt, in psychotherapeutischer Praxis mit traumatisierten Menschen zu arbeiten, wird einem dieses Buch vermutlich keine neuen Einsichten in das Phänomen des psychischen Traumas eröffnen und eher langweilen. |
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