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Rezension von Manuela Pecher am 30.09.2003

Depression und Manie

Psychodynamik und Therapie affektiver Störungen


Depression und Manie Depression und Manie

von Stavros Mentzos
 
Vandenhoeck & Ruprecht, 2001
206 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 3525457758
 
Die Bandbreite von menschlichen Empfindungen wird sowohl in der Manie als auch in der Depression in vollem Ausmaß ausgeschöpft. Die Belastung ist sowohl für die Betroffenen als auch für deren Angehörige enorm hoch. Der Manifestation der Erkrankung liegen sehr oft frühere Verletzungen zu Grunde, die in Krisensituationen wieder wachgerufen werden. Psychodynamisch betrachtet hat der depressive Affekt unter anderem eine Signalfunktion. Die Behandlung dieser endogenen Erkrankungen erfolgt mit Psychopharmaka.

Stavros MENTZOS wirft in seinem Werk nun unter anderem die Frage auf, ob die Wirkung von Antidepressiva vielleicht nur darin besteht, Symptome zu lindern bzw. ob es sich dabei nur um einen blockierenden therapeutischen Effekt handelt. Bei endogenen Depressionen und Manien sind Psychopharmaka in gewissem Maße sehr gut wirksam, aber auch der Einsatz der Psychotherapie, wie der Autor ausführlich darlegt. Die Kombination von psychopharmakologischer Behandlung und Psychotherapie kann, wie bisherige Erfahrungen zeigten, eine Reduktion der Medikamentendosis ermöglichen.

In diesem Buch wird ein psychoanalytisch orientiertes, abgewandeltes psychotherapeutisches Verfahren aufgezeigt. Innerhalb des "Dreisäulenmodells" nimmt die Selbstwertregulation eine zentrale Stellung ein. Bei einer gut funktionierenden Selbstwertregulation führt beispielsweise ein Objektverlust nicht zu einer Depression, sehr wohl allerdings bei einem geschwächten System. Interessant ist auch die Aussage des Autors, dass die Depression nicht die Störung, sondern die Reaktion darauf sei.

Ein weiteres Kapitel ist dem sogenannten "Masochismus" gewidmet, welcher nicht als Trieb, sondern als Abwehr- und Kompensationsstrategie dargestellt wird. Ein Schutzmechanismus, dessen Funktion zum Beispiel die Absicherung des Selbst sein soll.

Das Buch zeigt einen sehr interessanten Weg zu einer Aussicht auf eine bleibende Besserung und positive Veränderung der psychotischen affektiven Störungen. Den Leser erwartet eine anspruchsvolle Lektüre, die durch eine Zusammenfassung der Depressionstheorien und interessanten Fallbeispielen abgerundet wird.

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