Rezension von Timo Gnambs am 23.04.2003
Didaktische Innovation durch Blended-Learning
Leitlinien anhand eines Beispiels aus der Hochschule
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Didaktische Innovation durch Blended-Learning von Gabriele Reinmann-Rothmeier |
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H. Huber, Göttingen,
2003 120 Seiten Preis: 24,95 € ISBN: 3456839529 |
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Als Ende der 90er Jahre das Internet die breiten Schichten der Bevölkerung zu erobern begann, schien ein goldenes Zeitalter anzubrechen. Unter dem Deckmantel moderner Wortkreationen wie eCommerce und eLearning, die den Zeitgeist nicht nur einfangen, sondern auch entscheidend mitprägen sollten, versprachen die Auguren des einsetzenden vernetzten Zeitalters ungeahnte Möglichkeiten und vor allem sagenhafte Profite. Dass das Ergebnis den hohen Erwartungen nicht gerecht werden konnte, ist allseits bekannt. Mit dem Platzen der vielzitierten Dotcom-Blase, die zahlreiche Unternehmen an den Rande des und viele direkt in den Ruin geführt hatten, schien sich allseits Ernüchterung breit zu machen. Ähnlich, wenn auch in erheblich geringerem Ausmaß, stellte sich der Einzug des Internets in den Hochschulbetrieb dar. Wie es bei neuen Methoden und Technologien im universitären Bereich zumeist der Fall ist, ging dieser erst mit ein paar Jahren Verzögerung von statten. eLearning, wie das Modewort der Stunde hieß, sollte dem kränkelnden Bildungssystem aus der Krise helfen und einen dringend benötigten Innovationsschub bringen. Neben administrativen Erleichterungen, die aufgrund der zunehmenden Studentenmassen gefordert wurden, ergaben sich auch neue didaktische Möglichkeiten, die nun erstmals die Darstellung der Lehr-Lerninhalte vernetzt in hypermedialer Form gestatteten und zudem verstärkt selbstgesteuertes Lernen sowie kooperative Lernszenarien erlaubten. Erste, zum Teil auch negative Erfahrungen mit virtuell basierten Kursen und eine entschiedene Gegnerschaft eines Teils des Lehrkörpers, die den neuen Medien äußerst kritisch gegenüber standen, führten schließlich zu einer integrativen Mischform aus traditionellem Präsenzlernen und neuen virtuellen Lehrformen - dem Blended Learning. Praktische Erfahrungen mit diesem noch relativ jungen Modell waren aber noch Mangelware - praktische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Konzept intensivierten sich erst in den letzten Jahren. Gabi REINMANN-ROTHMEIER, Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg und Autorin vorliegenden Werkes, wagte nun einen ersten Schritt in ein ihr unbekanntes Terrain und entwickelte im Herbst 2001 ihre erste semivirtuelle Vorlesung. Ähnlich wie in ihrem letzten Buch in der Reihe Lernen mit neuen Medien (REINMANN-ROTHMEIER, G. & MANDL, H. (2001). Virtuelle Seminare in Hochschule und Weiterbildung. Bern: Hans Huber.), welches drei Elearning-Seminare näher beleuchtet, liefert sie auch in ihrem neuen Buch vornehmlich einen Erfahrungsbericht. Davon ausgehend stellt sie zudem einen möglichen Leitfaden für Praktiker, an die sich das Werk in erster Linie richtet, vor, anhand dessen die Entwicklung eines eigenen Blended Learning-Seminars vonstatten gehen könnte. Etwas seltsam mutet in diesem Zusammenhang die intensive Beschäftigung mit dem Innovationsbegriff an, dem das gesamte einleitende Kapitel gewidmet ist. Nach eingehender Definition desselben scheint die Autorin beinahe erleichtert, dass das vorgestellte Konzept des Blended Learning diesem zuzuordnen ist. Beinahe scheint es, als ob ihr Hauptaugenmerk auf der Entwicklung einer wissenschaftlichen Kriterien gemäßen Innovation liege - alles weitere ist dann nachrangig. Nur, warum Innovationen a priori diese Wichtigkeit haben, vergisst sie leider zu erwähnen. Für den breiteren Einsatz neuer Medien im Hochschulbetrieb ist der Austausch von Erfahrungen, wie der vorliegende, äußerst wichtig. So wäre es wünschenswert, in Zukunft ähnliche Werke veröffentlicht zu finden; vor allem auch solche über weniger gelungene Versuche - bleibt nur zu hoffen, dass dem nicht der gekränkte Stolz der betreffenden Vortragenden im Wege steht. |
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