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Rezension von Timo Gnambs am 11.09.2002

Wissenschaftliches Arbeiten

Ein Leitfaden für Diplomarbeiten und Dissertationen in den Sozial- und Humanwissenschaften mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie


Wissenschaftliches Arbeiten Wissenschaftliches Arbeiten

von Michael Trimmel
 
WUV-Universitätsverlag, 1997
210 Seiten
Preis: 14,50 €
ISBN: 3851143310
 
Wie verfasse ich meine Diplomarbeit? Wie plane ich mein Vorgehen? Wie finde ich ein geeignetes Thema? Für viele ist die Abfassung der Diplomarbeit die letzte große Hürde ihrer Studienzeit, der sie oft etwas ratlos gegenüberstehen.

Dr. Michael Trimmel, etablierter Professor am Institut für Psychologie der Universität Wien, kennt die Schwierigkeiten, die seinen Studenten diese (oft erste) wissenschaftliche Arbeit bereitet, sehr gut.
In vorliegendem Werk versucht er nun einen kompakten Leitfaden vorzustellen, der diese Anfangsprobleme meistern helfen soll.

Im ersten Teil, als Einführung in die Materie sozusagen, wird kurz der Gegenstand der Psychologie erläutert. Einige knappe erkenntnistheoretische Erklärungen runden diesen Teil ab - ein netter Überblick, der Leser anderer Disziplinen vielleicht anspricht, aber für angehende Psychologen eigentlich nichts Neues sein sollte.

Mit dem zweiten Teil unter dem Titel "Planung und Durchführung empirischer Untersuchungen" gelangt das Buch in medias res - hier wird es interessant. Schritt für Schritt webt der Autor, wie im Titel angekündigt, einen roten Faden, anhand dessen der angehende Wissenschafter seine erste eigene Untersuchung konzipieren kann. Beginnend mit der Ideenfindung über die Grundstrukturierung der Arbeit bis hin zu Auswertung und Interpretation werden eine Reihe hilfreicher Ratschläge und Informationen geboten.

In "Elemente der Forschung", dem dritten Abschnitt, folgen mehr oder weniger bekannte theoretische Begriffsbestimmungen zu Hypothesen, Theorien, Paradigmen etc. Dies darf wieder nur als kurzer Überblick verstanden werden, da eine vertiefte Kenntnis derselben ohnehin Voraussetzung für die Durchführung des empirischen Teils einer Diplomarbeit sein muss.

Eine Fortsetzung findet dies auch im folgenden Kapitel unter dem Titel "Methoden empirischer Untersuchungen". Hier wird näher auf Experimente im Allgemeinen, die Versuchplanung und gängige statistische Maßzahlen eingegangen. Dabei handelt es sich um eine Kürzest-Zusammenfassung methodischen Wissens, das ohnehin als bekannt vorausgesetzt werden darf und an dieser Stelle nur noch in Erinnerung gerufen werden soll.

Abschließend beschäftigt sich das Kapitel "Dokumentation wissenschaftlicher Arbeiten" mit der Abfassung der Arbeit selbst. Seine Stärke liegt in der einheitlichen Form, in der von Formatierungsrichtlinien über schematische Diskussionen bis hin zu (den oft sehr komplexen) Zitierungsregeln alles zusammengefasst und den verschiedenen oft widersprüchlichen Quellen Rechnung getragen wird.



Der Wert dieses Buches liegt nicht unbedingt in der detaillierten Ausarbeitung der einzelnen Themenkomplexe - mit fast jedem Kapitel könnte man ganze Bücher füllen - sondern in der komprimierten, chronologischen Zusammenfassung der Menge an Informationen. Es stellt eine wertvolle Hilfe für jeden dar, der zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen hat.

In zukünftigen Auflagen, die es hoffentlich geben wird, würde ich mir aber einerseits eine stärkere Berücksichtigung der neuen Medien (z.B. Internet) wünschen, die heute bereits einen sehr großen Stellenwert genießen, andererseits wäre auch eine intensivere Beschäftigung mit der Qualitätsbewertung der gefundenen Informationen erstrebenswert. Dies wird zwar kurz angeschnitten, aber meines Erachtens nicht ausreichend genug.

Alles in allem kann ich dieses Buch jedem Studenten der Psychologie als einleitende Lektüre für seine Diplomarbeit empfehlen. Ob es auch für andere Disziplinen geeignet ist, wie es in der Intention des Autors lag, sei dahingestellt.

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